Wie ehrt man eine Legende? Indem man sie kopiert.

Caroll Shelby ging es niemals schnell genug. Sei es als Pilot in der US-Airforce oder später als Rennfahrer. Weil er aber nie den ultimativen Wagen fand, der seinen Vorstellungen entsprach, baute er kurzerhand selbst einen. Oder beinahe jedenfalls. Zusammen mit AC pflanzte er einen Ford 8 Zylinder in das kleine Chassis des AC Ace und nach diversen Modifikationen war etwas so brachiales geboren, dass wir heute noch fassungslos vor einer Maschine stehen, die uns ob der schieren Kraft einen Schauer über den Rücken jagt.

Weil sich Shelby schon bald neuen Projekten widmete, wie der zeitweisen Projektleitung beim Ford GT40 Projekt oder später seinen nicht weniger bekannten Shelby Mustangs, waren die Cobras schon damals äußerst rar. Heute lässt sich eine originale AC Cobra kaum unter 1.000.000 Euro auftreiben. Diverse Autobauer machten sich also auf, Replikas der Cobra auf den Markt zu bringen. Einer der überzeugendensten davon war die Dax Cobra 427.

Dax Cobra 427

Unser Modell der Dax Cobra 427 stammt aus dem Jahr 1971 und ist mit einem 383 CUI (6,3 l) Chevy Street Race Engine von Joe Sherman bestückt. Damit bringt der Wagen 549 PS und 521 NM auf die Straße. Wenn man es denn schafft. Die Leistung ist dermaßen brutal, dass der nur 1100 kg schwere Wagen aus dem Stand heraus nicht voll beschleunigt werden kann, ohne dass es die Gummis von den Felgen zieht.

Apropo Beschleunigung – unser Fotograf bestätigt, dass es der Wagen von 60 auf 210 in 3 Sekunden schafft. Im ersten Moment denkst du, es ist die Angst die dir den Magen umdreht, aber dann wird dir klar, es ist sind die G-Kräfte, die an dir zerren. Man muss einfach Respekt haben vor diesem Wagen. Und das nicht nur wegen der nicht ganz präzisen Lenkung, die hin und wieder Probleme hat das Heck einzufangen, wenn es sich selbstständig machen.

Dabei wurde viel an dem Fahrzeug getan – Jaguar XJ 12 Achsen und innenbelüftet Bremsen der Raubkatze, GAZ Performance Fahrwerk, 750 CFM Demon Street Race Vergaser, Verdichtungsverhältnis 10.3:1, Edelbrock Spinne, geschmiedete Kolben ausgewogen, gewuchtete Kurbelwelle und die Aufzählung kann beliebig fortgeführt werden.

Die GfK Karosserie wurde in Lamborghini Orange lackiert, was zusammen mit den Edelstahl Sidepipes und den Halibrand Felgen, 8,5 x 17 vorne und 10 x 17 hinten, für eine Optik sorgt, die beim Cruisen durch die Innenstadt die komplette Eisdiele gaffend zurücklässt. Vielleicht ist es aber auch der mörderische Sound der Cobra.

Noch eine kleine Randnotiz – die Side-Pipes werden heiß. So heiß, dass der Besitzer schon einmal mit brennenden Hosen neben seinem Wagen stand. Wie könnte es auch anderes sein bei diesem Fahrzeug, dessen Name schon mit Ehrfurcht ausgesprochen wird. Wir waren jedenfalls schwer beeindruckt.

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