Es ist 1961. Der Zweite Weltkrieg ist in den Köpfen der Menschen grade in den Hintergrund getreten und macht schöneren Dingen Platz. Es wird wieder nach dem Opulentem, dem Schönen und Außergewöhnlichen gesucht. Während die swinging sixties mit all ihrer Bohème schon an die Tür klopfen, stellt Jaguar auf dem Genfer Auto-Salon mit dem E-Type das Gefährt vor, mit dem nicht nur die Marke, sondern die Epoche bis heute assoziiert wird.

Phänomenale Formen, wild und aufregend gestaltet von Malcolm Sayer, entsprechen so gar nicht dem kurz vor der Veröffentlichung noch herrschenden Vernunftdenken der grauen 50er Jahre. Von den Puristen damals schon als zu „soft“ verschrien, tut dies der Faszination bis heute keinen Abbruch. Der gleichen Ansicht ist übrigens auch das New Yorker Museum of Modern Art, wo der E-Type Roadster seit 1996 einen festen Platz in der Sammlung hat.

Anfangs erst mit 3,8-Liter-Reihensechszylinder verfügbar, setzte sich die Entwicklung in diesem erstklassigen 1967er Exemplar eines Open Two Seater der ersten Serie mit langem Radstand in nun sündhaftem „Carmen Red“ fort. 269 PS und solide 384 Nm Drehmoment aus dem aufgebohrten 4,2-Liter-Motor mit vollsynchronisiertem Viergang-Getriebe bedeuten damals wie heute beachtliche Spitzengeschwindigkeiten von über 240 km/h. Wir geben unumwunden zu, dass wir zum damaligen Erscheinungszeitraum gerne auf die Demonstration der fahrtechnischen Fähigkeiten verzichtet hätten. Immerhin haben sich Reifentechnik und Straßenbau in den letzten 50 Jahren doch sehr weiterentwickelt.

Das vorliegende Exemplar trat 1967 seinen Weg in die USA an, um dort in der Farbkombination Cream/Dark Blue die Augen der Passanten zu fesseln. Erst in den 1990er Jahren wurde das Matching-Numbers-Fahrzeug vom zweiten Besitzer von Grund auf restauriert und mit einigen Upgrades versehen. Nun sorgen Weber-Vergaser auf einer Lynx-Ansaugbrücke dafür, dass die Pferde ein bisschen gesünder rennen. Dem Zahn der Zeit wurde 2009 noch ein Schnippchen geschlagen, als der Zylinderkopf bei einem Jaguar-Spezialisten in Finnland neu aufgebaut wurde. Für alle Arbeiten liegen selbstverständlich entsprechende Nachweise vor. Mit finnischer und damit EU-weit gültiger Zulassung ist das Fahrzeug zum Preis von 119.000€ über Harri Asunta zu beziehen.

Für die Fotos dieser Strecke bedanken wir uns bei Sara Näse, die auf getpalmd auch einen Beitrag über diesen Traumwagen verfasst hat.

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Text: Stelios Kougras.

 
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