Mit deinem Bagel in der Hand guckst du raus aufs Meer und lässt dir den Morgenkaffee schmecken. Innerlich lachst du schon wie die Sonne, die auf deinen Kopf scheint. Heute steht Big Sur auf dem Programm!

Exploring Big Sur

Immer noch in ständiger Begleitung einer wärmenden Jacke (trotz Ende Juli) geht es von unserem Hostel in Monterey weiter Richtung Süden. Ab hier reihen sich für viele Meilen die Sehenswürdigkeiten aneinander wie Perlen an einer Kette. Statt direkt wieder auf den Highway 1 zu wechseln, nehmen wir lieber den Beweis mit, dass 10$ Durchfahrtgebühr für Nichtanwohner des 17-Mile-Drive doch gerechtfertigt sind. Vorbei am Golfkurs von Pebble Beach führt uns die Straße nach einem Abstecher durch das malerische Carmel-By-The-Sea wieder auf den Highway 1. Dass man in Carmel einfach mal so klassische Alfa Romeo und 356er Porsche im Straßenbild sieht, erklärt dann auch, wieso hier keine Unterkunft unter 200$/Nacht zu bekommen war.

Die Carmel Highlands sind der Einstiegspunkt für das Sahnestück der ganzen Tour: Big Sur mit seinen ikonischen State Parks. Getragen von einem Dunstschleier zeigt der Highway 1, wieviel road spirit die historische Nord-Süd-Verbindung noch in sich hat. Die in den 30er Jahren erbaute Bixby Bridge ist dabei genauso Pflichtprogramm wie ein Zwischenstopp im Nepenthe Restaurant, wo schon Henry Miller seine Gedanken beim grandiosen Ausblick über den Pazifik schweifen ließ – wenn es Wetterlage und Jahreszeit erlauben. Von dort führt die Straße immer stetig Richtung Meereshöhe hinab und während unseres Aufenthaltes leider auch mitten in die Wolken. Somit zeichneten sich die kommenden Meilen mit minimaler Sicht aus und ein Besuch oder gar ein Foto der berühmten McWay Falls blieb uns verwehrt. Müssen wir wohl nochmal wiederkommen…

Los Angeles is quite large

Erst seit Santa Barbara im sommerlichen T-Shirt unterwegs, merkt der automobilinteressierte Reisende spätestens dann, dass man sich Los Angeles nähert, wenn man in Malibu an dem aus „The Fast and The Furious“ bekannten Bar/Restaurant Neptune’s Net vorbeifährt. Ein anderer unmißverständlicher Hinweis könnte die stark ansteigende Zahl von Luxussportwagen vom Kaliber eines Bugatti Veyron auf der Straße sein. An den Wochenendhäuschen der Reichen und Berühmten in Malibu und Santa Monica parken mehr verstaubte und vernachlässigte PS-Boliden als es auf mancher deutschen Einkaufsstraße zu sehen gibt.

Wo es Licht gibt, ist natürlich auch Schatten. Da der gesamte Personentransport in Southern California trotz teurer und seltener Parkplätze anscheinend nur mit dem Auto funktioniert, war Stau in den nächsten Tagen unser ständiger Begleiter. Von Westwood ausgehend schoben wir uns zum Sightseeing im Schritttempo zum Griffith Observatory, dem Santa Monica Pier, Venice Beach und dem Sunset Strip. In ganz LA haben wir tatsächlich mehr Rolls Royce als Fahrradfahrer gesehen. Im Gegensatz zu den ruhigen, landschaftlich reizvollen Abschnitten des Highway 1 erlebten wir mit LA bewusst einen Kontrast, haben aber genauso bewusst unseren Aufenthalt auf nur zwei Nächte begrenzt. Immerhin waren wir mittlerweile über 3.000 Kilometer weit gefahren und uns war nach Nichtstun am Strand.

Going south

Die letzte Etappe unserer Reise führte uns weiter Richtung Süden, bevor bei Dana Point der Highway 1 ganz unfeierlich in die Interstate 5 überging. Angesichts der unglaublichen Eindrücke, die uns jede Meile unserer Fahrt beschert hatte, hätten wir uns über ein bisschen mehr Inszenierung dieses bedeutsamen Moments gefreut. Leicht enttäuscht stellte sich auch kein Gefühl der Reise ein, da immer wieder neue suburbane Retorten-Siedlungen am Horizont auftauchten, die LA und San Diego zu einer einzigen großen Metropolregion verschmelzen. Wegen des schnellen Wachstums in den letzten 70 Jahren zeichnet sich die Umgebung auch fast ausschließlich durch einstöckige Häuser und Niederlassungen von Food-Ketten aus, die die Suche nach eigenständigen Restaurants oder Cafés fast unmöglich machen. Es sieht so aus wie das moderne Amerika in Filmen dargestellt wird, ist aber eben nicht besonders schön.

San Diego selbst bot mit seinen zahlreichen Stränden dann genau das, was uns zur Entspannung noch ein wenig gefehlt hat. Sand, Surfer, Wellen und ein paar Seelöwen on top waren die Begleiter, als wir uns das Erlebte nochmal durch den Kopf gehen ließen. Tijuana erkunden? Gaslamp Quarter? Der Partyakku war dafür leider nicht aufgeladen genug, bevor es wenige Tage später über New York wieder zurück Richtung Europa ging.

Fazit

Würden wir den Trip wieder machen? Auf der Stelle. Aber bitte mit mehr Zeit oder weniger Strecke. Eher ersteres. So sechs Monate mehr wären super. Zwischen San Francisco und LA alleine kann man wunderbar drei Wochen ohne Langeweile zubringen.

Verstehe ich die Amerikaner jetzt besser? Die freundliche und offene Art, welche mit meist ehrlichem Interesse verbunden ist, ist genau das, was mir beim deutschen Ernst manchmal fehlt. Die Mischung macht’s.

Do you want to supersize? Wurde ich nie gefragt, aber drei Kilo mehr sind es dann doch geworden.

So long!

 

Lust auf mehr?

Teil 1: Hier entlang!

Teil 2: Hier entlang!

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