Anfang der 80er war die Welt noch einfacher als heute. Der Golf 1 hatte grade die Messlatte für moderne Kleinwagen höher gelegt, in der Gastronomie gab’s draußen nur Kännchen und von Italien kannten viele nur die Pizzeria vor Ort. Dass südlich der Alpen allerdings auch damals schon „La vita é bella“ galt, sieht man an diesem wunderbaren Beispiel emotionaler Automobilkultur.

Dieser Ferrari 512 BBi als Nachfolger des 365 GT/4 Berlinetta Boxer ist der stahlgewordene Beweis dafür, dass es auch jenseits des Atlantiks Connaisseure gab, die exklusive Sportlichkeit und luxuriöse Agilität in einem hinreißend schönen Blechkleid dem puren Leistungsmessen auf dem Dragstrip vorzugen. Technisch einwandfrei verließ dieses Exemplar mit 701 Einfahr-Meilen auf dem Tacho europäische Gefilde und wurde im Juni 1984 durch Foreign Cars Italia in Greensboro (North Carolina, USA) an seinen nachvollziehbaren Erstbesitzer ausgeliefert.

Zwischen Tennessee und der Atlantikküste sammelte das Fahrzeug als eines von insgesamt nur 1.007 Exemplaren auf kurvigen Landstraßen seine ersten Meilen, bevor ein saudischer Prinz 1991 nach kurzer Pause das nächste Kapitel eröffnete. Zusammen mit dem Nachfolgemodell Testarossa und einem F40 erweiterte der äußerlich in dezentem Glasurit-Argento-Silber gehaltene 512 BBi den königlichen Fuhrpark in den USA. Ganze zehn Jahre vergingen, bis der saudische Prinz für drei Jahre nach Jeddah (Saudi-Arabien) ging und seinen Fuhrpark kurzerhand mitnahm. Anfang 2004 zog es den Prinzen und sein automobiles Gefolge wieder retour in die Vereinigten Staaten, wo der Wagen dann 2007 als Geschenk an einen seiner Angestellten übergeben wurde.

The gift that keeps on giving

Der Beschenkte befand die wenigen Spuren der weiten Reisen, die sich mittlerweile am Fahrzeug fanden, für unangemessen und ließ das Fahrzeug 2009 bei Queen City Auto Rebuild in Redwood (Washington State, USA) neu lackieren. Das Ergebnis überstieg aufgrund der hochwertigen Ausführung allerdings das verfügbare Budget des Besitzers. So fand das Fahrzeug mit nur 11.322 belegbaren Meilen (18.217 km) über einen Zwischenhändler seinen Weg im März 2011 nach Deutschland.

Uns begeistert auch heute noch der königliche Sound des 180°-V12-Motors dieses 512 Berlinetta Boxer Iniezione. Jede der anwesenden Personen musste unweigerlich grinsen, als das Aggregat zum Zurechtrücken für das Shooting zum Leben erweckt wurde. Wir haben keinen Zweifel daran, dass der Motor in Verbindung mit dem Hinterradantrieb und 340PS aus seinen fast fünf Litern Hubraum immer noch für ausreichend Vortrieb bis Vmax 280 sorgt. Die originalen Zentralverschluß-Felgen mit heute sehr schwer zu beschaffenden Michelin-TRX-Reifen sorgen dabei für den nötigen Kontakt zur Straße, während innen rotes Leder die elegante und neuwertige Außenhaut kontrastiert.

Für uns definitv ein Auto aus der Kategorie „nicht alle Tage“.

 

Vielen Dank an unsere Partner dieses Shootings:

Fahrzeug: Martin Hofmann Automobile GmbH
Model: Saba Dorian
Location: V8 Lounge im Quartier S67 von Lars Jensen

 

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