Sechs Zylinder, Haifisch-Schnauze mit vier Rundleuchten und Freude am Fahren – das sind die Meilensteine, an denen sich ein klassischer BMW messen lassen muss. Neben dem von uns bereits vorgestellten 635CSi umweht diesen E28 aus 1986 ebenso stolz der solide Duft der späten 80er Jahre. Und das finden wir angesichts der bei heutigen Autos inflationär verwendeten Unmengen an Hochglanzplastik und Computersteuerungen geradezu entspannend. Nichts piept, nichts blinkt, einfach einsteigen und aufs fahren konzentrieren. Herrlich.

Gezeichnet von der feinen Feder des damaligen BMW-Chefdesigners Claus Luthe bot dieser Nachfolger des ersten „richtigen“ 5er BMWs (E12, 1972-1981) etwas für jeden Geschmack: Vom Taxidiesel 524d über Opas ganzen Stolz mit 90PS aus einem 1,8 Liter Vierzylinder konnte man ab 1985 im ersten M5 mit 286 PS auch den meisten Porsche auf der linken Spur zeigen, dass fünf Sitzplätze und Leistung gut miteinander funktionieren. Dass das für die meisten Interessenten aber ein unerreichbares Unterfangen war, verstand auch BMW und bot ab Frühjahr 1986 das hier vorgestellte Edition-Modell für diejenigen an, die auf sportlich-hochwertige Ausstattung genauso wenig verzichten wollten wie auf eine alltagstaugliche Motorisierung.
Dabei zeigt auch die hier verbaute M20-Maschine mit knapp 2 Litern Hubraum und Bosch-Motronic-Einspritzung, dass BMWs gerne sportlich gefahren werden. Vortrieb mit Nachdruck gibt es nämlich erst ab etwas über 4.000 Touren. Dann erwachen die 129 Pferde mit einem heiseren Turbinenklang aus dem ruhigen Dahincruisen. Der sportliche Grundanspruch wird am hiesigen Fahrzeug noch stimmig um eine leichte Tieferlegung sowie die aufwendig polierten BBS-Räder in der Dimension 8×17 ergänzt. Unter den laut Kraftfahrtbundesamt noch etwas über 500 aktiven E28 dieses Typs ist dieses Exemplar sicherlich eines derjenigen, nach dem sich der ein oder andere gerne nochmal umdreht. Das schlägt sich auch in den stetig steigenden Preisen nieder. Unter 5.000€ sollten Sie abhängig von der Ausstattung nicht erwarten, ein sauberes Fahrzeug mit sechs Zylindern zu finden. Für die Modelle mit großer M30-Maschine dürfen es auch gerne einige Euro mehr sein.

Neben den üblichen Wartungsarbeiten wie Zahnriemen- und Flüssigkeitswechsel wurden im vergangenen Winter viele vernachlässigte Details instandgesetzt. Zudem wurde der Wagen um zahlreiche Original-Ausstattungen ergänzt, die ihn nun dem Anspruch des Besitzers gerecht werden lassen. Statt nur in den Vordertüren lassen sich jetzt alle Fenster durch die Verwendung des bereits ab Werk vorhandenen Kabelbaums elektrisch öffnen und schließen. Sämtliche Lämpchen im Innenraum leuchten wieder im BMW-typischen Rot-Orange-Ton. Statt des alten rissigen Armaturenbretts hielt ein gepflegteres Original genauso Einzug wie ein 380mm großes M-Technik-1-Sportlenkrad aus dem M5. Eine versteckt verbaute Funkfernbedienung ergänzt die serienmäßige Zentralverriegelung. Als Schmankerl on top sorgt eine zeitgenössische Blaupunkt-Radioanlage mit einem Trick für überraschte Gesichter bei den Mitfahrern: Hier erlaubt ein unsichtbar verbautes Bluetooth-Board, trotz voller Kassetten- und Radiofunktion die Musik vom modernen Smartphone zu streamen. Originalität+ in allen Bereichen, sozusagen. Uns gefällt’s. Sehr. Auf viele weitere schöne Kilometer.

 

_DSC7856 KopieDer Besitzer dieses absolut tollen BMW 520i ist Stelios Kougras.

Den Text zu seinem Wagen hat er selbst verfasst, ziemlich gut wie wir finden. 

 

 

 

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